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	<title>Gerlinde Ziemendorff</title>
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	<description>Transaktionsanalyse · Supervision · Bildung</description>
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	<title>Gerlinde Ziemendorff</title>
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	<item>
		<title>Das triadische Prinzip</title>
		<link>https://www.ziemendorff.de/blog/triadisches-prinzip/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[cyrfer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 May 2021 22:40:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Workshop von Gerlinde Ziemendorff beim 1. Online Kongress der DGTA am 15.05.2021:<br />
<strong>Kompetenzzentrum Körper - Systemaufstellung mit dem Triadischen Prinzip</strong></p>
<p>Bauch, Herz und Kopf sind im Triadischen Prinzip (entwickelt von Gabriela von Witzleben) mächtige embodimentale Kompetenzzentren und Ressourcen. Sie bieten nachhaltige Impulse für Selbstermächtigung und Entwicklung.</p>
<p><strong>Die Folien zum Workshop gibt es als Download.</strong></p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.ziemendorff.de/blog/triadisches-prinzip/"><span>weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/triadisches-prinzip/">Das triadische Prinzip</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_990" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Das_triadische_Prinzip_und_die_TA.pdf"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-990" class="wp-image-990 size-medium" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip-300x225.png" alt="Das triadische Prinzip und die TA" width="300" height="225" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip-300x225.png 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip-1024x768.png 1024w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip-768x576.png 768w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip-1536x1152.png 1536w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip-150x113.png 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Triadisches-Prinzip.png 1564w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-990" class="wp-caption-text">Die Folien zum Workshop gibt es als Download.</p></div>
<p><strong>Workshop von Gerlinde Ziemendorff beim 1. Online Kongress der DGTA am 15.05.2021</strong></p>
<h2>Kompetenzzentrum Körper &#8211; Systemaufstellung mit dem Triadischen Prinzip</h2>
<p>Bauch, Herz und Kopf sind im Triadischen Prinzip (entwickelt von Gabriela von Witzleben) mächtige embodimentale Kompetenzzentren und Ressourcen. Sie bieten nachhaltige Impulse für Selbstermächtigung und Entwicklung.</p>
<p>In Beratung, Supervision und Therapie werden Menschen mit dieser Aufstellungsmethode in einer klar strukturierten und minimalinvasiven Prozessarbeit unterstützt. Es geht dabei genau wie in der TA um Grundbedürfnisse, die in der triadischen Aufstellung im Körper gespürt, erlebt, versprachlicht und in einen Dialog miteinander gebracht werden.<br />
</p>
<p style="text-align: center;"><a class="nl-button" href="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Das_triadische_Prinzip_und_die_TA.pdf"><strong>Download:</strong> Die Folien zum Workshop als PDF</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/triadisches-prinzip/">Das triadische Prinzip</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Innen-Leben &#8211; ein Do-it-your-self-Kartenset</title>
		<link>https://www.ziemendorff.de/blog/innen-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[cyrfer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2020 21:52:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um uns allen etwas Hilfe, Sinn und Lichtblick zu geben, haben Sabine Ebersberger und Michael Bohne zur Stärkung unser aller Resilienz und psychischer Widerstandskraft das kleine <strong>Do-it-your-self-Kartenset INNEN-LEBEN</strong> entwickelt.</p>
<p>Mit INNEN-LEBEN bekommen Sie ein Werkzeug in die Hand, mit dem Sie Ihre ganz eigenen, auf Sie zugeschnittenen, stärkenden Sätze generieren können. Diese Sätze regen einerseits konkret Lösungen für spezifische Anliegen an. Auf der anderen Seite orientieren sie sich an den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen nach Sicherheit, Autonomie, Beziehung und Selbstwertstärkung.</p>
<p>Kombinieren Sie die jeweils 40 Karten solange, bis Ihnen ein Satz stimmig erscheint, er sollte Ihnen aus der Seele sprechen und sich gut anfühlen. Wenn Sie sich diesen Satz (oder auch mehrere Sätze) dann wie ein Mantra oder einen Werbespruch verinnerlichen, <strong>haben Sie buchstäblich gute Karten Ihre Lebensqualität in dieser herausfordernden Zeit zu verbessern.</strong></p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.ziemendorff.de/blog/innen-leben/"><span>weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/innen-leben/">Innen-Leben &#8211; ein Do-it-your-self-Kartenset</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_738" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-738" class="wp-image-738 size-medium" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-300x300.png" alt="INNEN-LEBEN. Ein DIY-Kartenset." width="300" height="300" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-300x300.png 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-150x150.png 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-400x400.png 400w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben.png 640w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-738" class="wp-caption-text">Innen-Leben von Sabine Ebersberger und Michael Bohne.</p></div>
<h2>Stärkende Sätze für beispiellose Zeiten.</h2>
<p><em>von Sabine Ebersberger und Michael Bohne</em></p>
<p>Wir befinden uns in einer Situation in der zugleich Veränderung und Stillstand vorherrschen, eine Situation, die wir alle so noch nicht erlebt haben und die uns fordert, unsere Unsicherheiten zu bewältigen und zu neuen Routinen überzugehen.</p>
<p>Um uns allen etwas Hilfe, Sinn und Lichtblick zu geben, haben Sabine Ebersberger und Michael Bohne zur Stärkung unser aller Resilienz und psychischer Widerstandskraft das kleine Do-it-your-self-Kartenset INNEN-LEBEN entwickelt. Mit INNEN-LEBEN bekommen Sie ein Werkzeug in die Hand, mit dem Sie Ihre ganz eigenen, auf Sie zugeschnittenen, stärkenden Sätze generieren können. Diese Sätze regen einerseits konkret Lösungen für spezifische Anliegen an. Auf der anderen Seite orientieren sie sich an den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen nach Sicherheit, Autonomie, Beziehung und Selbstwertstärkung.</p>
<p>Kombinieren Sie die jeweils 40 Karten solange, bis Ihnen ein Satz stimmig erscheint, er sollte Ihnen aus der Seele sprechen und sich gut anfühlen. Wenn Sie sich diesen Satz (oder auch mehrere Sätze) dann wie ein Mantra oder einen Werbespruch verinnerlichen, haben Sie buchstäblich gute Karten Ihre Lebensqualität in dieser herausfordernden Zeit zu verbessern.</p>
<h2>Den Download zum Ausdrucken finden Sie auf</h2>
<p><a class="nl-button" href="https://www.innen-leben.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INNEN-LEBEN.org</a></p>
<h2>Einige Beispiel-Karten</h2>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-749" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel-1024x484.png" alt="Innen-Leben Beispielkarten" width="960" height="454" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel-1024x484.png 1024w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel-300x142.png 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel-768x363.png 768w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel-1536x725.png 1536w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel-150x71.png 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/Innen-Leben-Beispiel.png 1817w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/innen-leben/">Innen-Leben &#8211; ein Do-it-your-self-Kartenset</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Autonomie und Verbundenheit</title>
		<link>https://www.ziemendorff.de/blog/autonomie-und-verbundenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[cyrfer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2020 16:14:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.ziemendorff.de/?p=681</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Wochenende steht vor der Tür. Ich will mir endlich Gedanken machen, wie ich ein neues berufliches Projekt, das mir persönlich am Herzen liegt, auf den Weg bringe. Da ruft eine Freundin an: „Trinkst du einen Kaffee mit mir? Ich würde dich gerne sehen…!“</p>
<p>Manchmal haben wir zwei Seelen in unserer Brust, wie Goethe das so schön sagte. Die Balance zwischen Autonomie und Verbundenheit ist eine uralte Spannung, die Menschen antreibt und umtreibt.<br />
In der TA gehören diese beiden Pole nicht umsonst zum Basiskonzept.</p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.ziemendorff.de/blog/autonomie-und-verbundenheit/"><span>weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_684" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-684" class="size-medium wp-image-684" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/anthony-tran-8i2fHtStfxk-unsplash-300x200.jpg" alt="Bild: Anthony Tran, Unsplash" width="300" height="200" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/anthony-tran-8i2fHtStfxk-unsplash-300x200.jpg 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/anthony-tran-8i2fHtStfxk-unsplash-150x100.jpg 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/anthony-tran-8i2fHtStfxk-unsplash.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-684" class="wp-caption-text">Bild: Anthony Tran, Unsplash</p></div>
<p>Das Wochenende steht vor der Tür. Ich will mir endlich Gedanken machen, wie ich ein neues berufliches Projekt, das mir persönlich am Herzen liegt, auf den Weg bringe. Da ruft eine Freundin an: „Trinkst du einen Kaffee mit mir? Ich würde dich gerne sehen…!“</p>
<p>Manchmal haben wir zwei Seelen in unserer Brust, wie Goethe das so schön sagte. Die Balance zwischen <strong>Autonomie und Verbundenheit</strong> ist eine uralte Spannung, die Menschen antreibt und umtreibt.<br />
In der TA gehören diese beiden Pole nicht umsonst zum <strong>Basiskonzept</strong>.<br />
<strong>Jeder Mensch ist einzigartig</strong> und strebt sein Leben lang nach seinem eigenen Ausdruck, will sich selbst entwickeln und verstehen, seinen persönlichen Platz in der Welt haben. Gleichzeitig können Menschen ohne den Kontakt zu anderen nicht leben. Zu ihrem Grundbedürfnis gehört unbedingt, dass sie sich im anderen &#8211; oder in der Natur &#8211; spiegeln, verstanden fühlen und Resonanz finden wollen. Menschen können nur <strong>in Verbundenheit mit anderen Menschen und ihrer Umwelt existieren und wachsen</strong>.</p>
<p>Ich wage jetzt zu behaupten, dass diese beiden Pole gar keinen Widerspruch darstellen.<br />
Es fühlt sich vielleicht an wie zwei Seelen in unserer Brust, ist aber im Grunde nur eine.</p>
<h2>Stellen wir uns vor, wie ein Mensch geboren wird.</h2>
<div id="attachment_686" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-686" class="size-medium wp-image-686" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/simon-matzinger-HSy0QXIRafg-unsplash-300x300.jpg" alt="Bild: Simon Matzinger, Unsplash" width="300" height="300" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/simon-matzinger-HSy0QXIRafg-unsplash-300x300.jpg 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/simon-matzinger-HSy0QXIRafg-unsplash-150x150.jpg 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/simon-matzinger-HSy0QXIRafg-unsplash-400x400.jpg 400w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/simon-matzinger-HSy0QXIRafg-unsplash.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-686" class="wp-caption-text">Bild: Simon Matzinger, Unsplash</p></div>
<p>Als Baby. Komplett abhängig. Verbundenheit pur. Ohne dass es gut versorgt und beschützt wird, stirbt es. Ohne Kontakt ist es nicht lebensfähig. Und gleichzeitig ist jedes noch so winzige Baby von Anfang an eigen. Keins reagiert wie das andere. Eltern von mehreren Kindern können ein Lied davon singen.<br />
Neue psychologische Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass Babys &#8211; auch wenn sie äußerlich abhängig sind &#8211; bereits hoch kompetent sind in ihrem Selbstausdruck. Sie kooperieren aktiv mit ihren Bezugspersonen und wenn sie sich sicher gebunden fühlen, beginnen sie früh mit der Welterkundung, mit Autonomiebestreben.</p>
<p>Ich vermute, dass kleine Kinder nicht diese Spannung zwischen diesen Polen empfinden, sie bewegen sich völlig natürlich und unbekümmert darin. Wenn sie Sehnsucht nach einem Menschen haben, suchen sie ihre Bezugspersonen auf und zeigen deutlich, was sie brauchen. Sie schreien, krabbeln auf den Schoß, wollen kuscheln, spielen, Nahrung, Haut spüren. Wenn sie genug davon haben, wenden sie sich ab und wieder der Welterkundung zu.</p>
<p>Sie können sich zum Glück noch nicht dafür entschuldigen, dass sie jetzt genug Kontakt hatten und wieder ein Weilchen für sich allein sein wollen. Sie tun es einfach. Ich vermute, dass beide Bedürfnisse für sie völlig natürlich sind, wie ein Pendel, mit dem sie intuitiv zwischen beiden Polen hin und her schwingen. Weil beides Lebendigkeit bedeutet und weil beides für ihre Entwicklung und ihr Lernen eine hervorragende Basis bildet.</p>
<p>Der scheinbare Widerspruch entsteht erst dadurch, dass kleine Kinder schon ganz früh, spätestens mit Beginn des Spracherwerbs mit Normen konfrontiert werden, mit Glaubenssätzen gehemmt, gefördert und gelenkt werden. Oft genug wird dabei geschlechtsspezifisch ein Pol gefördert und der andere gehemmt:<br />
<em>Sei ein starker Junge! Zeig was du kannst! Gib nicht nach…!</em><br />
Oder:<br />
<em>Sei nicht so dominant! Warte bis du an der Reihe bist! Hilf immer erst den anderen, stell dich selbst zurück….!</em><br />
So entsteht in der Eltern-Ich-Instanz des kleinen Kindes sehr oft der Widerspruch zwischen Selbstbewusstsein und Beziehungsorientierung. Wir fangen an zu glauben, dass es nicht beides geben kann. Stark sein und sich verbunden fühlen. Für andere da sein und nein sagen dürfen.</p>
<p>Um diese ungesunden Einschränkungen zu durchschauen und nach und nach wieder ablegen zu können, braucht es oft ein halbes Leben. Oder ein ganzes.</p>
<h2>Die Modelle der TA sind dafür sehr hilfreich.</h2>
<div id="attachment_685" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-685" class="size-medium wp-image-685" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/joseph-chan-uTFiFYeQhlI-unsplash-300x200.jpg" alt="Bild: Joseph Chan, Unsplash" width="300" height="200" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/joseph-chan-uTFiFYeQhlI-unsplash-300x200.jpg 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/joseph-chan-uTFiFYeQhlI-unsplash-150x100.jpg 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/joseph-chan-uTFiFYeQhlI-unsplash.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-685" class="wp-caption-text">Bild: Joseph Chan, Unsplash</p></div>
<p>Ein Zeichen von <strong>gesunder Autonomie ist in der TA</strong>, dass Menschen in der Beziehung zu anderen echten und ehrlichen Kontakt herstellen können. Frei von Floskeln, persönlich, respektvoll und wach. Das wird die Fähigkeit zur <strong>Intimität</strong> genannt. Ein weiteres Merkmal von Autonomie ist die <strong>Bewusstheit</strong> des eigenen Tuns und Seins, das Erkunden der persönlichen Lebensgeschichte mit all ihren Facetten. Und es gilt, die Verantwortung dafür im Hier und Jetzt zu übernehmen. Ein drittes Merkmal ist <strong>Spontaneität</strong>. Das bedeutet, im Hier und Jetzt angemessen reagieren zu können. Nicht stereotyp wie in früheren Zeiten. Sondern vielfältig und kreativ und im Bewusstsein der aktuellen Situation. Die Frage dazu lautet: Was passt JETZT?</p>
<p>Übrigens hat Egozentrik nichts mit echter Autonomie zu tun. Menschen, die nur um sich selbst kreisen, sich größer machen als sie sind und respektlos sprechen und handeln, fehlt vermutlich Selbstakzeptanz und die Fähigkeit, sich für andere Sichtweisen zu öffnen.Die innere Grundhaltung, aus der solche Menschen agieren, ist die der Abwehr und der Angst.</p>
<p>Ein Merkmal von <strong>Verbundenheit in der TA</strong> ist <strong>Offenheit für andere, bewertungsfrei</strong>. Zuhören. Anderen Unterstützung anbieten und sie gerne geben &#8211; ohne sich selbst aufzugeben. Verbundenheit schließt Demut mit ein. Und radikalen Respekt für Menschen, die anders sind als wir. Zum Beispiel Menschen, die geflohen sind und Hilfe brauchen.</p>
<h2>Autonomie schließt Verbundenheit ein. Und umgekehrt.</h2>
<div id="attachment_683" style="width: 260px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-683" class="size-medium wp-image-683" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/annie-spratt-penahevUgSA-unsplash-250x300.jpg" alt="Bild: Annie Spratt, Unsplash" width="250" height="300" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/annie-spratt-penahevUgSA-unsplash-250x300.jpg 250w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/annie-spratt-penahevUgSA-unsplash-125x150.jpg 125w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/annie-spratt-penahevUgSA-unsplash.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px" /><p id="caption-attachment-683" class="wp-caption-text">Bild: Annie Spratt, Unsplash</p></div>
<p>Was hilft, um beides zu leben? Üben, sich klar zu äußern, was gut tut und was nicht.<br />
Was das eigene Bedürfnis ist. Verstehen, dass andere andere Bedürfnisse haben. Hilfreich ist auch, wenn Menschen neu lernen, sich mit sich selbst zu befreunden, ja, sich selbst zu lieben. Das ist aus Sicht der TA die Basis für echte Verbundenheit mit anderen Menschen.</p>
<p>Übrigens, ich bin mit meiner Freundin Kaffee trinken gegangen! Spontan und ungeplant. Ich habe ihr von meinem Projekt erzählt und sie hat mir aufmerksam und offen zugehört. Jetzt beflügelt ein guter Gedanke von ihr mich und mein Projekt…</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/autonomie-und-verbundenheit/">Autonomie und Verbundenheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gefühle in Dissonanz</title>
		<link>https://www.ziemendorff.de/blog/gefuehle-in-dissonanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[cyrfer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2019 02:43:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.ziemendorff.de/?p=524</guid>

					<description><![CDATA[<p>Beim Wochenendeinkauf treffe ich eine gute Bekannte und wir erzählen uns offen ein bisschen aus unserem Leben.<br />
Sie sagt: „Meine Chefin hat mich gestern in meinem Team vor allen bloßgestellt und mir eine Szene gemacht,  ich bin ganz schön fertig deswegen!“ Ich schaue sie an und sehe sie mühsam lächeln während sie mir das erzählt.<br />
Ich sage: „Oh, das ist aber doof, dass sie das direkt vor deinen Kolleginnen macht!“<br />
„Na ja, sie wusste es halt nicht besser, aber kränkend war es schon für mich,“ erzählt sie weiter, „ ich werde wohl drüber hinweg kommen, jetzt ist ja erstmal Wochenende…“<br />
Wieder sehe ich, wie sie mich dabei anlächelt. Mir wird ganz komisch. Ich mag sie gar nicht mehr anschauen. Es fühlt sich in mir augenblicklich so an, als hätte ich zwei verschiedene Schuhe an den Füßen, wackelig und irgendwie falsch.</p>
<p>Was passiert hier gerade?</p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.ziemendorff.de/blog/gefuehle-in-dissonanz/"><span>weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/gefuehle-in-dissonanz/">Gefühle in Dissonanz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_547" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-547" class="size-medium wp-image-547" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/mael-balland-Ft-PrGvzXZ4-unsplash-300x221.jpg" alt="Bild: Mael Balland, Unsplash" width="300" height="221" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/mael-balland-Ft-PrGvzXZ4-unsplash-300x221.jpg 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/mael-balland-Ft-PrGvzXZ4-unsplash-150x110.jpg 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/mael-balland-Ft-PrGvzXZ4-unsplash.jpg 684w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-547" class="wp-caption-text">Bild: Mael Balland, Unsplash</p></div>
<p>Beim Wochenendeinkauf treffe ich eine gute Bekannte und wir erzählen uns offen ein bisschen aus unserem Leben.<br />
Sie sagt: „Meine Chefin hat mich gestern in meinem Team vor allen bloßgestellt und mir eine Szene gemacht, ich bin ganz schön fertig deswegen!“ Ich schaue sie an und sehe sie mühsam lächeln während sie mir das erzählt.<br />
Ich sage: „Oh, das ist aber doof, dass sie das direkt vor deinen Kolleginnen macht!“<br />
„Na ja, sie wusste es halt nicht besser, aber kränkend war es schon für mich,“ erzählt sie weiter, „ ich werde wohl drüber hinweg kommen, jetzt ist ja erstmal Wochenende…“<br />
Wieder sehe ich, wie sie mich dabei anlächelt. Mir wird ganz komisch. Ich mag sie gar nicht mehr anschauen. Es fühlt sich in mir augenblicklich so an, als hätte ich zwei verschiedene Schuhe an den Füßen, wackelig und irgendwie falsch.</p>
<h2>Was passiert hier gerade?</h2>
<p>Meine Bekannte erzählt von einer Kränkung und drückt durch ihr Lächeln Zufriedenheit oder Freude aus. Normalerweise wäre Ärger über das Verhalten der Chefin ein angemessenes Gefühl oder zumindest Enttäuschung. Bei beiden Gefühlen würden ihre Mundwinkel sich nicht zu einem Lächeln verziehen. Normalerweise.<br />
Ich vermute, dass meine Bekannte keinen Ärger oder Empörung fühlt. Irgendetwas in ihr wählt stattdessen den Ausdruck von Wohlergehen und sie lächelt. Wie kann das entstehen?</p>
<h2>Ersatzgefühle entstehen in der Kindheit</h2>
<div id="attachment_530" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-530" class="size-medium wp-image-530" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/kelly-sikkema-y9wY-3pi3-w-unsplash-300x192.jpg" alt="Bild: Kelly Sikkema, Unsplash" width="300" height="192" /><p id="caption-attachment-530" class="wp-caption-text">Bild: Kelly Sikkema, Unsplash</p></div>
<p>In der TA sprechen wir von <a href="https://www.dgta.de/transaktionsanalyse/ta-kompakt/gefuehle-und-ersatzgefuehle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ersatzgefühlen</a>, die wir in der Kindheit lernen. Zum Beispiel dann, wenn im Leben unserer Eltern (oder anderer wichtiger Bezugspersonen) das Grundgefühl Ärger keinen Platz und keine Ausdrucksform hat. Dadurch „verbieten“ die Erwachsenen unbewusst dem Kind, dieses Gefühl wahrzunehmen und zu fühlen. Weil Emotionen wie Ärger, Traurigkeit, Angst, Schmerz und Freude aber basal in jedem Menschen als wichtige Grundausstattung angelegt sind, wird ein Ersatzgefühl für das nicht erlaubte Gefühl vom Kind gesucht und stattdessen ausgedrückt. Für dieses Ersatzgefühl bekommen wir als Kinder dann die überlebenswichtige Anerkennung und Zuwendung – und dafür tun wir als kleine abhängige Menschen ALLES.</p>
<h2>Wie werden Ersatzgefühle gelernt?</h2>
<p>Fanita English, eine Schülerin von Eric Berne, hat intensiv zu diesem Thema geforscht und ein Standardwerk der TA dazu veröffentlicht. Sie betont, dass Ersatzgefühle entweder direkt sprachlich über die Bezugspersonen vermittelt werden: „Du benimmst dich völlig daneben. Wie kannst du nur so wütend (eifersüchtig, neugierig, ausgelassen…) sein!“ Das Kind lernt: Ich darf auf keinen Fall solche Gefühle wahrnehmen oder gar zeigen, dann passiert etwas ganz Schlimmes! Und es fühlt sich schlecht. Es realisiert unbewusst: Dieses schlechte Gefühl darf ich nicht haben.<br />
Es kann nach Fanita English auch sein, dass die Bezugspersonen ein Gefühl einfach tabuisieren, also z.B. Traurigkeit überhaupt nicht fühlen oder beim Namen zu nennen. Dann kann das Kind beschließen, dass es diese komische Emotion wie z.B. Tränen in den Augen besser vermeidet und dass es das nicht geben sollte.</p>
<h2>Und wo gehen die Ursprungsgefühle dann hin?</h2>
<div id="attachment_528" style="width: 210px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-528" class="size-medium wp-image-528" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/ali-yahya-8drXZbzv36g-unsplash-200x300.jpg" alt="Bild: Ali Yahya, Unsplash" width="200" height="300" /><p id="caption-attachment-528" class="wp-caption-text">Bild: Ali Yahya, Unsplash</p></div>
<p>Die Gefühlsenergie des verdrängten Ursprungsgefühl bleibt da. Darauf hat der Neurobiologe Antonio Damasio hingewiesen. Grundgefühle sind körperlich angelegt. Es entsteht also so etwas wie eine „Gefühlsumleitung“. Vielleicht bekommen wir als Kinder für das Zeigen von Traurigkeit (als Ersatzgefühl für Ärger) Anerkennung? Und werden dann in den Arm genommen?<br />
So etablieren sich nach und nach Ersatzgefühle im Innenleben von Menschen. Übrigens haben fast alle Menschen ein unterentwickeltes Gefühl, das sie mit einem anderen überdecken.<br />
Und was ist, wenn wir mit den Ersatzgefühlen erwachsen geworden sind?</p>
<h2>Ersatzgefühle springen auch als Erwachsene einfach an, wenn…</h2>
<p>…eine Situation entsteht, in der das ursprünglich unterdrückte Gefühl eigentlich angemessen wäre. Das passiert ziemlich häufig. Dann wird z.B. ein Mann laut und poltert los, wenn er einen Verlust erlebt hat und eigentlich traurig ist.<br />
Vielleicht hat meine lächelnde Bekannte die folgende Botschaft ihrer Eltern als Kind oft gehört und erlebt: „Sie ist unser Sonnenschein… sie verbreitet, egal wo sie ist, gute Laune. Ohne sie würde es in unserer Familie traurig zugehen.“ Es könnte gut sein, dass sie beim Ausdruck von Ärger als Kind keine Nähe und Zuwendung erfahren hat, aber immer, wenn sie zufrieden oder fröhlich war.</p>
<h2>Ersatzgefühle irritieren andere</h2>
<p>Zurück zu meiner Bekannten und zu mir beim Wochenendeinkauf. Ich kann fühlen, was sie fühlt. Ich bin in Resonanz mit ihrem merkwürdigen Gefühlsausdruck und spüre , dass ihr Gefühlsausdruck nicht zu dem passt, was sie mir erzählt. Ich spüre das körperlich. Der Kontakt zu ihr wird für mich beschwert, obwohl ich sie mag.<br />
Ein Resonanzphänomen – so nennt es Hartmut Rosa, Professor für Soziologie und Autor des aktuellen und sehr spannenden Buches „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“.<br />
Ich fühle ihre Dissonanz in mir. Ganz direkt.<br />
Wie können wir damit umgehen? Wie können wir auf Gefühlsdissonanzen anderer Menschen reagieren und – noch viel bedeutsamer – unsere eigenen Ersatzgefühle entlarven und das darunter liegende echte Gefühl „erlösen“?<br />
So leicht ist beides nicht. Es braucht Zeit. Und es lohnt sich. Denn wir schützen uns dadurch erwiesenermaßen auch vor Burnout, denn Emotionale Dissonanz gilt als <a href="https://www.resilienz-akademie.com/emotionale-dissonanz-als-burnout-treiber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Burnout-Treiber</a>.</p>
<h2>Guter Umgang mit Ersatzgefühlen</h2>
<p>Ich habe meiner Bekannten auf meinen wackeligen Füßen gesagt: „Du, ich wäre an deiner Stelle ganz wütend auf deine Chefin geworden!“ Das hat zunächst mal mir selbst gut getan und meinen wackeligen Zustand beendet. Gleichzeitig biete ich ihr was „Echtes“ an, eine gute Resonanz in Form eines angemessenen Gefühls. Was sie damit macht, ist ihre Sache. Jedenfalls hat sie aufgehört zu lächeln und mich stattdessen irritiert und auch wach angeschaut.</p>
<p>Was uns selbst hilft, um ein taubes Gefühl zu befreien, besteht zunächst darin, überkommene, falsche Mythen über Gefühle zu entstauben: Jungs weinen nicht. Kleine Mädchen sind nie zornig. Indianer kennen keinen Schmerz. Angsthasen brauchen wir nicht. Und so weiter.<br />
Wir können uns unseren Gefühlen im Alltag bewusst zuwenden, sie interessiert erforschen.<br />
Und dann können wir uns auch dem verlorenen Gefühl liebevoll zuwenden und nachreifen, ganz allmählich, mit Geduld. Manchmal mit professioneller Unterstützung. Ein lohnender Weg.</p>
<h2>Gefühlsbefreiung</h2>
<div id="attachment_527" style="width: 221px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-527" class="size-medium wp-image-527" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aiony-haust-qaccIWWgG40-unsplash-211x300.jpg" alt="Bild: Aiony Haust, Unsplash" width="211" height="300" /><p id="caption-attachment-527" class="wp-caption-text">Bild: Aiony Haust, Unsplash</p></div>
<p>Vielleicht geht es so: Die verdrängte Traurigkeit traut sich allmählich heraus in Form kleiner Tränen eines jungen Mannes, der noch nie vor seinen Kindern geweint hat. Er wird zum guten Gefühlsvorbild für seine Kinder. Oder so: Die erlöste Angst lässt einen jungen Motorradfahrer langsamer als seine Kumpels vor ihm die Haarnadelkurve nehmen, weil er Angst endlich spüren kann. Und er beschützt sich dadurch selbst.<br />
Der Ärger meiner Bekannten traut sich vielleicht als schüchternes Nein ans Tageslicht.<br />
Egal wie. Hauptsache, das abgeschnittene Gefühl darf aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und sich ausprobieren. Ermutigende und resonanzfähige Mitmenschen sind beim Neulernen übrigens auch sehr hilfreich.<br />
Und natürlich ist es dann auch an der Zeit zu lernen, das neue Gefühl erwachsen auszudrücken. Bei Ärger nicht wutentbrannt an die Decke zu gehen oder der Chefin die Tür vor der Nase zuzuknallen. Bei Traurigkeit zu lernen, wo sie gut und sinnvoll ausgedrückt werden kann und welche sozialen Situationen dafür weniger geeignet sind. Die eigene Angst steuern lernen.</p>
<h2>Aristoteles sagt es so:</h2>
<blockquote><p>Wer zum Zorn fähig ist, verdient Respekt,<br />
da der Eifer der Seele ihn zu großen Anstrengungen antreibt…<br />
Unverzichtbar das kluge Kalkül:<br />
Wie, wem, worüber und wie lange man zürnen soll…</p></blockquote>
<p>Ich vermute mal, dass Aristoteles auch mit Ersatzgefühlen zu tun hatte – wie fast alle Menschen. Und dass er daran gewachsen ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/gefuehle-in-dissonanz/">Gefühle in Dissonanz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
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		<title>Ein Lob der Gefühle</title>
		<link>https://www.ziemendorff.de/blog/ein-lob-der-gefuehle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[cyrfer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2019 12:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kennen Sie das auch?<br />
Ich laufe durch die Fußgängerzone meiner Stadt und ein Mensch vor mir lässt seine leere Zigarettenschachtel oder ein Verpackungspapier fallen, fast unbemerkt.<br />
In mir steigt Ärger auf! Soll ich ihn ansprechen oder soll ich nicht?<br />
Alles läuft in Sekundenschnelle ab und ich muss es sofort entscheiden. Oder hat mein Körper es schon entschieden? Mein Beine werden warm und fest, meine Schritte größer.  Entschlossen hebe ich die Schachtel bzw. das Teil auf, beschleunige meinen Schritt und hole den Menschen etwas außer Atem ein:<br />
„Guten Tag, kann es sein, dass Sie dieses hier verloren haben?“</p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.ziemendorff.de/blog/ein-lob-der-gefuehle/"><span>weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kennen Sie das auch?<br />
Ich laufe durch die Fußgängerzone meiner Stadt und ein Mensch vor mir lässt seine leere Zigarettenschachtel oder ein Verpackungspapier fallen, fast unbemerkt.<br />
<div id="attachment_486" style="width: 210px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-486" class="wp-image-486 size-medium" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aerger-880-egor-barmin-792476-unsplash-200x300.jpg" alt="Ärger" width="200" height="300" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aerger-880-egor-barmin-792476-unsplash-200x300.jpg 200w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aerger-880-egor-barmin-792476-unsplash-768x1152.jpg 768w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aerger-880-egor-barmin-792476-unsplash-683x1024.jpg 683w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aerger-880-egor-barmin-792476-unsplash-100x150.jpg 100w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/aerger-880-egor-barmin-792476-unsplash.jpg 880w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><p id="caption-attachment-486" class="wp-caption-text">Bild: Egor Barmin, Unsplash</p></div>In mir steigt Ärger auf! Soll ich ihn ansprechen oder soll ich nicht?</p>
<p>Alles läuft in Sekundenschnelle ab und ich muss es sofort entscheiden. Oder hat mein Körper es schon entschieden? Mein Beine werden warm und fest, meine Schritte größer. Entschlossen hebe ich die Schachtel bzw. das Teil auf, beschleunige meinen Schritt und hole den Menschen etwas außer Atem ein:<br />
„Guten Tag, kann es sein, dass Sie dieses hier verloren haben?“</p>
<p>Die Reaktionen der Menschen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Von einem freundlichen „Oh, das war tatsächlich ich?“… bis zu einem ungehaltenen „Was fällt Ihnen denn ein, haben Sie nichts Besseres zu tun?“</p>
<p>Ohne meinen Ärger hätte ich diese schnelle und klare Konfrontation nicht geschafft. Manche Menschen sagen ja auch über eine Situation, in der sie heftig reagiert haben: Es ist einfach in mich gefahren!<br />
Was ist dieses „es“?<span id="more-436"></span></p>
<h2>„Es“ sind eigentlich noch keine Gefühle, sondern eine Vorstufe: Emotionen.</h2>
<p>Nach dem amerikanischen Neurobiologen Antonio Damasio beruhen alle Gefühle auf Emotionen. Emotionen sind primäre Körperreaktionen und sie sind in jedem Menschen neuronal angelegt. Ihre Funktion ist, die Grundbedürfnisse und das Überleben zu sichern.</p>
<p>Sie bilden sich ausgehend vom limbischen System über die Nervenleitbahnen in Bruchteilen von Sekunden im Körper ab, z.B. durch das Anspannen von Muskeln, das Weiten der Augen, durch die Veränderung der Atmung. Sie stellen über spezielle Körperempfindungen Energie zum Handeln bereit.<br />
Wie tun sie das?</p>
<h2>Nehmen wir ein Beispiel, in dem Angst entsteht.</h2>
<div id="attachment_488" style="width: 210px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-488" class="wp-image-488 size-medium" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/seil-880-leio-mclaren-leiomclaren-307277-unsplash-200x300.jpg" alt="Angst" width="200" height="300" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/seil-880-leio-mclaren-leiomclaren-307277-unsplash-200x300.jpg 200w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/seil-880-leio-mclaren-leiomclaren-307277-unsplash-768x1152.jpg 768w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/seil-880-leio-mclaren-leiomclaren-307277-unsplash-683x1024.jpg 683w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/seil-880-leio-mclaren-leiomclaren-307277-unsplash-100x150.jpg 100w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/seil-880-leio-mclaren-leiomclaren-307277-unsplash.jpg 880w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><p id="caption-attachment-488" class="wp-caption-text">Bild: Leio McLaren, Unsplash</p></div>
<p>Ich bin mit einer Freundin in einem geliehenen Kleinwagen auf Teneriffa unterwegs, wir wollen die Gegend um den Vulkan Teide erkunden. Ich freue mich auf die Fahrt, ich finde Vulkane faszinierend. Wir wollen nah dran. Meine Freundin ist eine sichere Autofahrerin. Wir fahren schweigend. Nach einiger Zeit des Fahrens merke ich, dass meine Hände schweißnass sind. Die schmalen, unbefestigten Schotterstraßen weiter oben auf dem Berg bestehen aus nichts als Kurven, links und rechts sind oft steile Abhänge. Mein Herz klopft. Mein Hals ist eng. Ich halte mich am Sitz fest. Irgendetwas passt gar nicht, sagt mein Körper.</p>
<p>Ich fasse mir (m)ein Herz und sage mit flatternder Stimme: Du, halt an! Ich will nicht höher fahren, das ist mir hier zu unheimlich. Ich hab Angst!“ Zum Glück willigt sie ein, wir wenden und fahren einige Kilometer weiter bergabwärts zu einem Parkplatz und gehen von dort zu Fuß weiter. Ich bzw. mein Körper entspannt sich langsam.</p>
<p>Was ist passiert? Mein emotionales Meldesystem hat Alarm gesendet und mich gewarnt und damit beschützt. Es hat so schnell und unmittelbar funktioniert, dass es mir keine Zeit zum Nachdenken und Diskutieren gab. Meine eindeutigen körperlichen Reaktionen haben mich zum sofortigen Handeln bewogen &#8211; zum Glück! Ich mag Vulkane noch immer und habe erlebt, dass ich nicht mehr so ganz nah dran sein muss.</p>
<h2>Emotionen sind, so nennt es Damasio, „Funken des Lebens“.</h2>
<div id="attachment_487" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-487" class="size-medium wp-image-487" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/funken-880-jez-timms-437278-unsplash-300x200.jpg" alt="Funken" width="300" height="200" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/funken-880-jez-timms-437278-unsplash-300x200.jpg 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/funken-880-jez-timms-437278-unsplash-768x512.jpg 768w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/funken-880-jez-timms-437278-unsplash-150x100.jpg 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/funken-880-jez-timms-437278-unsplash.jpg 880w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-487" class="wp-caption-text">Bild: Jez Timms, Unsplash</p></div>
<p>Gut, wenn diese Funken des Lebens gut funktionieren und uns nicht in unserer Kindheit durch Einschränkungen oder vorgelebte Tabus vorübergehend verloren gegangen sind.</p>
<p>Und was sind dann Gefühle? Gefühle sind die Namen, die Emotionen benennen und kategorisieren. Anders gesagt: Sie sind durch Sprache gesetzte Begriffe für emotionale Zustände und Empfindungen. Als Kinder lernen wir diese Begriffe in vielen kleinen Situationen, etwa so:</p>
<p>Ein kleines Kind wird von einem großen Hund angesprungen, es schreit und läuft zu seinem Vater, findet dort Schutz. Der Vater sagt: Jetzt brauchst du keine Angst mehr zu haben, ich bin ja da.<br />
Das Kind lernt: Aha, Angst heißt das, was ich da gerade fühle &#8211; und gut, dass Papa da ist. Es hat seine körperlichen Empfindungen mit dem Begriff Angst verbunden und die Erfahrung gemacht, dass es sich schützen kann. Eine gelungener Lernmoment.</p>
<p>Angst hat den Auslöser „Gefahr“ und seine Funktion ist „Schutz“ &#8211; sagt der Transaktionsanalytiker George Thomson. Und weiter: Der Auslöser von Traurigkeit ist „Verlust“. Ihre Funktion ist das Loslassen. Der Auslöser von Ärger ist Frustration und seine Funktion ist die Veränderung oder Grenzsetzung.</p>
<p>Er nannte diese drei wichtigen Gefühle Grundgefühle. Angst. Traurigkeit. Ärger. Später ergänzten andere Transaktionsanalytiker diese Sammlung und fügten Freude und Schmerz als weitere Grundgefühle hinzu.</p>
<p>Jedes dieser Grundgefühle hat seinen speziellen Auslöser und eine sinnvolle Funktion, so dass Orientierung in der Landkarte der Gefühle entstehen kann.</p>
<p>Mit unseren Gefühlserfahrungen, die wir im Laufe des Lebens sammeln, können wir die jeweiligen Emotionen und Gefühle steuern und das ist gut so. In einem beruflichen Konflikt können wir als Erwachsene entscheiden, wie wir das damit verbundene Gefühl (meist ist es Ärger) nutzen wollen. Wann es passt und wie wir es sagen. Um das gut zu können, sind viele Lernsituationen notwendig und es braucht auch die Erfahrung, wie ein Konfliktgespräch daneben geht, um es dann besser und anders machen zu können.</p>
<p>Ich schätze Gefühle bei mir selbst und anderen Menschen mittlerweile sehr. Gefühle widersetzen sich dem heutigen Mythos der Machbarkeit. Sie lehren uns, dass wir nicht alles im Griff haben können.<br />
Sie entstehen ohne unsere Einwilligung, können verstören und irritieren. Gefühle mit anderen Menschen zu teilen, verbindet und ermöglicht eine tiefe Zugehörigkeit. Manche Gefühle brauchen ein Gegenüber, um ihre Kraft zu entfalten, besonders Freude und Traurigkeit.</p>
<h2>Noch einmal Damasio: „Der Körper ist die Bühne der Gefühle.“ – Wie wahr!</h2>
<p>Diese Bühne gut zu bespielen, das braucht viel Erfahrung und Wohlwollen den Gefühlen gegenüber. Bei sich selbst und anderen.<br />
Das Zusammenspiel von Körper, Fühlen, Denken und Handeln gilt es immer neu zu justieren. Auch als Erwachsene und lebenslang.</p>
<div id="attachment_485" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-485" class="size-medium wp-image-485" src="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/kinder-880-michael-nunes-527010-unsplash-300x200.jpg" alt="Kinder" width="300" height="200" srcset="https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/kinder-880-michael-nunes-527010-unsplash-300x200.jpg 300w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/kinder-880-michael-nunes-527010-unsplash-768x512.jpg 768w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/kinder-880-michael-nunes-527010-unsplash-150x100.jpg 150w, https://www.ziemendorff.de/wp-content/uploads/kinder-880-michael-nunes-527010-unsplash.jpg 880w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-485" class="wp-caption-text">Bild: Michael Nunes, Unsplash</p></div>
<p>Wenn wir mit Kindern und Jugendlichen arbeiten oder leben, ist es wichtig, ihnen einen reichen Erfahrungs- und Lernraum mit Gefühlen zu ermöglichen.<br />
Ihren Ärger zu würdigen, auch wenn er noch unbeholfen oder zu heftig daherkommt. Sich Zeit für Gespräche und gemeinsames Nachdenken über das Erlebte zu nehmen. Angst zu respektieren und Interesse dafür zu zeigen, wofür sie gut sein könnte. Traurige Situationen ernst nehmen, Zeit dafür geben und Abschiede von Menschen, Dingen, Lebensphasen erfahrbar werden lassen.<br />
Und natürlich Freude zeigen in allen Facetten! Freude ist beziehungsstiftend und stellt pralle Energien für alle möglichen neuen Vorhaben bereit.</p>
<p>Und was ist, wenn Kinder in ihrem Gefühlslernen nachhaltig eingeschränkt werden und bestimmte Gefühlsqualitäten gar nicht ausdrücken dürfen? Und deswegen als Erwachsene z.B. immer nur „cool“ sind? Oder sich immer wieder ohnmächtig fühlen, obwohl eigentlich Ärger in einer Situation passender wäre?</p>
<h3>Darüber schreibe ich im nächsten Blog-Beitrag.</h3>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ziemendorff.de/blog/ein-lob-der-gefuehle/">Ein Lob der Gefühle</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ziemendorff.de">Gerlinde Ziemendorff</a>.</p>
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